Das Tourbillon

Das Tourbillon (franz. für Wirbelwind) findet seinen Ursprung um 1800. Der Erfinder Abraham Louis Breguet (Gründer der Uhrenmanufaktur Montres Breguet 1775) stellte fest, dass Taschenuhren zu Gangungenauigkeiten tendieren. Dies liegt daran, dass sich Taschenuhren oft dauerhaft in der gleichen Lage befinden und somit konstant einer Seite der Schwerkraft ausgesetzt sind.

Das Tourbillon ist folglich eine besondere Vorrichtung in Uhren, um diesen Fehler aus dem Einfluss der Schwerkraft auszugleichen. Dabei hilft eine Konstruktion, bei der die Unruh samt Spiralfeder und Hemmung in ein offenes, drehbares Gestell montiert sind, das konstant um sich selbst rotiert und die senkrechten Lagenfehler ausgleicht.

Die technische Notwendigkeit des Tourbillons in einer Armbanduhr ist durch die unterschiedlichen Bewegungen am Handgelenk nicht gegeben. Allerdings ist diese Komplikation dennoch beliebt. Dies ist darauf zurück zu führen, dass dieser Mechanismus außerordentlich schwer herzustellen ist. Nur eine geringe Anzahl an Uhrmachmeistern ist in der Lage diesen zu konstruieren. Aufgrund dieses Schwierigkeitsgrads wurden in den ersten 200 Jahren nach der Erfindung nur rund 700 Tourbillons hergestellt, was auch ihren außerordentlich hohen Preis begründet. Mittlerweile bietet zwar fast jeder Luxusuhrenhersteller diese Komplikation an, dies hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf eine mindere Seltenheit oder gar eine Verminderung des Preises.

Die Faszination des Tourbillon entspricht zudem des Umstands, dass das Drehgestell die filigranen Bewegungen des Hemmungssystems besonders betont und dem Auge näher bringt. Somit wirkt es, als sähe man den „Pulsschlag des Uhrwerks“.

 

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